Patron aus dem Hause Overseer Games ist nicht nur ein einfaches Aufbaustrategiespiel, sondern mischt durchaus sein eigentliches Genre mit einer Art Survival. Gut… Es gab in der Vergangenheit ähnliche Titel, welche es genauso handhabten. Nun stellt man sich natürlich die Frage, was Patron anders macht. In diesem Test erzähle ich dir etwas über den Titel und wie es sich spielt.
Ein neues Land für den König
Als Patron bin ich dafür zuständig ein neues Land zu besiedeln und aufzubauen und das noch unter Beachtung der vier Jahreszeiten! Doch dies ist nicht alles, denn zusätzlich bin ich den König unterstellt. Naja… Zumindest was die Zugehörigkeit und Loyalität angeht. Wie sich das Ganze im Verlauf verhält, das kommt gleich noch. Der Titel verfügt über keine richtige Kampagne und Geschichte. Es bleibt leider nur bei einer Auswahl aus 14 verschiedenen Karten, die sich vom Klima, vom Aufbau und der Ressourcenmenge stark unterscheiden. Eine gewisse Einschätzung bekommt man via Klassifizierung der Schwierigkeit. Davon ab, kann ich vor dem Start noch gewisse Parameter selbst festlegen. Entweder via Voreinstellungen “Einfach“, “Mittel“, “Schwer“ und “Extrem“ oder “Benutzerdefiniert“. Darunter fallen Startbevölkerung, verschiedene Ressourcen, Ereignisfrequenzen, Katastrophen und Klima. Wichtig ist dann noch die Bestimmung des Startmonats. Denn davon hängt auch zum Teil die Schwierigkeit zum Start ab. Man darf halt nicht vergessen, dass in den Wintermonaten nicht viel zusammenläuft. Einzelne Aufgaben, wie das Jagen oder Fischen, können auch in diesen Monaten erledigt werden, jedoch nicht ohne ein kleines Upgrade der Ausrüstung oder durch eine Erforschung einer neuen Fangmethode.
Andere, wie zum Beispiel das Sammeln von Kräutern, passiert nur außerhalb der Wintermonate. Sicher können die entsprechenden Arbeiter für diesen Job weiterhin diesen ausführen, aber sie laufen generell im Leerlauf. Ähnlich ist dies auch mit den Landwirten für die Felder und Tiere auf den Ranches. Alles muss bei diesem Spiel also auf eine gewisse Weise vorgeplant werden. Wie schwer das Überleben in den Wintermonaten letztendlich sein wird, entscheidest du bei den Einstellungen der Parameter und bei der Auswahl der Karte. So können die Winter extrem einfach sein, wenn die Settings auch auf “einfach“ gestellt wurden. Dagegen kann bei einem schweren Setting auch eine einfache Karte schwerer werden. Ich war ziemlich verblüfft, wie stark sich einige Veränderungen der Startsettings sich auf das Spielerlebnis auswirken. Doch was macht man bei diesem Spiel nun genau? Im Grunde liegt das Ziel darin, eine schöne große Stadt zu bauen, die sich nicht nur selbst versorgen kann, sondern Geldeinnahmen generiert und verschiedene Güter produziert.
Doch bis zur Großstadt dauert es noch etwas, denn wie immer beginnt man recht klein und muss sehr lange warten. Das Warten beziehe ich nun darauf, dass neue Familien nicht allzu schnell gegründet und die Kinder nicht so schnell zu neuen Arbeitskräften heranwachsen. Doch das kommt noch im nächsten Abschnitt. Generell muss ich sagen, das der aktuelle Umfang an Ernte, Produkten, Produktionsketten und allgemeinen Möglichkeiten recht groß ist. Jedoch muss alles nach und nach erforscht werden. Und wie sollte es anders sein, kostet jede Forschung nicht nur Geld aus dem Steuerhaushalt, sondern auch diverse Ressourcen. Interessant ist hierbei zu wissen, dass die Forschungsstruktur festgeschrieben ist. Manchmal kann ich zwei oder sogar auch drei Forschungsstränge durchgehen. Dabei muss ich erwähnen, das fast alle Stränge eine festen Entwicklungsweg meiner Siedlung vorgeben. So kann ein Steinbruch oder die Erz- und Kohleminen nicht direkt zu Beginn erforscht werden, sondern zu einem Zeitpunkt, wo das Überleben für die Bewohner gesichert scheint.
Nette Grafik aber kaum Tiefgang bei den Personen
Zugegeben… Die Grafik und die Jahreszeiten-Effekte sind super schön gelungen. Und ja auch die Animationen der Bewohner sind überzeugend, auch wenn feine Details beim genauen Betrachten etwas fehlen. Genau hier komme ich auch zu einem weiteren Kritikpunkt, denn die Entwickler haben zwar eine Übersicht über Kinder, Jugendliche und Erwachsene angelegt, (welche mit mehr Details unter den Statistiken warten) jedoch fehlt ein Aufrufen weiterer Details der Personen via Klick auf diese. Keine Person kann angeklickt werden und besitzt somit auch keine Details auf Abruf. Es bleibt also bei einer oberflächlichen Darstellung. Auch die Spielwelt wirkt bei einer üppigen Umgebung manchmal schon etwas Leer. Das Vorkommen an Tieren zur Jagd oder die Pflanzen zum Sammeln werden nicht variabel angezeigt. So sieht man auch nicht, das direkt gejagt wird, sondern alles ist nur auf dem Papier verzeichnet. Dies Trifft nicht auf alle Tätigkeiten zu. Transporteure, Minenarbeiter und auch Farmer haben nachvollziehbare Animationen. Davon einmal ab sind alle Gebäude und Objekte in diesem Spiel sehr schön gestaltet worden. Ich finde es schade, das die Entwickler an manchen Stellen genau viele Details und Effekte verbaut und an anderen Stellen etwas geschludert haben.
Ausbau und Weiterentwicklung für eine effektive Zukunft
Fast jedes Gebäude in diesem Spiel kann ausgebaut werden. Ich staunte nicht schlecht, als ich selbst die Wohngebäude mit dem Upgrade “Isolation“ aufwerten konnte. Dieses Upgrade sorgt dafür, dass die Bewohner weniger Brennholz im Winter verbrauchen und sich sogar noch wohlfühlen. Produktionsgebäude können mit verschiedenen Upgrades effektiver Arbeiten und somit auch mehr leisten. Bei einigen muss ich dennoch darauf achten, wie hoch die Effektivität des Gebäudes, bei einem von mir angepeilten Standort, sein würde. Denn Upgrades wirken nur geringfügig und sind kein Ersatz/Ausgleich dafür, seine Fördergebäude falsch platziert zu haben. Weiterhin gibt es bei fast jeden Förder- und Produktionsgebäude das Upgrade für eine Arbeitsplatzerweiterung. Somit kann ich mehr Leute einstellen und die Effektivität noch einmal erweitern. Die Stärke bei Patron liegt tatsächlich nicht nur in der Aufbausimulation, sondern viel mehr bei der Leitung der Produktionsketten und der richtigen Zuteilung von Arbeiter auf die entsprechenden Stellen. Hierfür bietet das Spiel einen eigenen Menüpunkt.
Neben verfügbare Arbeiter sehe ich auch, wo ich noch neue Arbeiter zuteilen kann. Was ich etwas dumm finde, ist die Anzeige der freien Arbeiter, welche letztendlich doch nicht so frei sind! Arbeiter sind für alle Tätigkeiten zuständig, dies gilt auch für den Transport von Materialien von Produktionsstätte A nach B. Komisch… Muss ich doch bei den Depots und Lagerhäusern sogenannte Transporteure einstellen. Wieviel Arbeiter ich nun meinen anderen Produktionsgebäuden zuteilen kann, muss ich abschätzen. Sind zu wenig Arbeiter freigestellt, so meldet es das Spiel. Und genau hier kommt auch die Statistik und Übersicht zu Familien, Jugendlichen, Kindern und Erwachsenen zum Einsatz. Dank der genauen Informationen kann ich abschätzen, wann in etwa neue Arbeitskräfte hinzukommen. Selbstverständlich kann ich auch auf Einwanderer setzen, doch dies sorgt immer für ein kleines Absinken der Zufriedenheit unter der Bevölkerung. Übrigens können die Bewohner/Arbeiter selbst nicht geschult werden. Dafür gibt es aber eine Eingruppierung der Gesellschaft. Jedoch aber erst, sobald die entsprechenden Waren verfügbar sind. Dazu aber gleich noch mehr.