Wie so oft geraten kleinere Titel ins Hintertreffen von größeren Spielen. Wir versuchen natürlich auch diese in den Vordergrund zu heben und haben diesmal einen kleinen Überraschungstitel. Der Name: Diluvion. Mit einer Kombination aus 2D Adventure und 3D Tiefseeerkundung, sowie einem Hauch aus Jules Verne Geschichte "20.000 Meilen unter dem Meer" versuchen die Entwickler um Arachnid Games die Spieler zu begeistern. In den folgenden Zeilen erläutere ich die Vorgeschichte, das Spiel selbst und natürlich die Gameplay-Elemente, sowie das was den Titel ausmacht.
Die Menschheit wird für ihre Sünden bestraft
Es ist eine düstere Zeit für die restlichen Menschen der Erde, welche dazu verdammt sind, unterhalb der Wasseroberfläche zu leben. Grund dafür ist die Bestrafung der Götter für die vielen Streitigkeiten und Kriege auf der Erde. Als einzigen Ausweg sahen diese dann die Überschwemmung der gesamten Erde. Doch ein einziger Gott hatte Mitleid mit der Menschheit und erstellte eine besondere Gabe. Die Rede ist hier letztendlich vom Endlosen Korridor, der die Menschheit in ein neues goldenes Zeitalter bringen soll. Doch der Entdecker muss sich als würdig erweisen. Viele Abenteurer begaben sich auf die Suche und fanden doch meistens eh nun den Tod in den tiefen der See. Jagen alle nur einer Sage hinterher oder steckt viel mehr dahinter. Keiner weiß, ob es sich hierbei um einen Schatz, eine Erleuchtung oder sogar eine Art von Macht handelt. Dem ganzen werden dann wir als Spieler nachgehen.
Drei U-Boot und das Tiefseeabenteuer
Der Titel ist an und für sich sehr einfach gestaltet. Es gibt nur diesen Einzelspieler und drei verschiedene U-Boote zu Auswahl. Besondere Herausforderungen oder einen Mehrspieler sucht man vergebens, doch eigentlich benötigt der Titel dies auch nicht. Der Einzelspieler ist so umfangreich, das etwas anderes eigentlich nur stören würde. Als Kapitän suche ich mir vor dem Beginn der Reise eines von drei Unterseebooten aus. Bereits hier merke ich, das alles irgendwie von Jules Verne´s 20.000 Meilen unter dem Meer inspiriert wurde. Alle drei haben eine gewisse Ähnlichkeit mit der Nautilus, dem U-Boot aus der Geschichte. Jedes dieser Drei besitzt eigene Vor- und Nachteile. Das schnellste Boot in der Auswahl besitzt im Gegenzug wenig Panzerung und das stärkste ist natürlich am besten gepanzert, doch dafür viel langsamer. Je nach dem wie mein Spielstil ist, kann ich also auch das entsprechende Schiff aussuchen. Der Rest ist eigentlich sehr einfach gehalten. Ich starte als Kapitän und habe nur einen Steuermann. Dieser ist gleichzeitig mein Hauptansprechpartner was das Abenteuer angeht. Ihn kann jederzeit nach Meinung oder Tipps fragen. Doch er bleibt nicht das einzige wichtige Besatzungsmitglied, denn im weiteren Verlauf treffe ich auf einen Sonarspezialisten, eine Richtschützin und auf einen Torpedoschützen.
Wie du auf den Screenshots sehen kannst, haben die Entwickler sich für eine Mischung aus 2D-Bilddarstellungen mit Click and Point Elementen und einer 3D-Darstellung für die Spielwelt entschieden. In der Praxis ist denen das super gelungen und es macht tierischen Spaß. Doch das ganze ist keine einfache Tiefseefahrt wie bei einem Simulator, sondern es geht darum verschiedene Sachen zu finden, um das Schiff auszubauen. Ja... die U-Boote können über ihre Basis-Version auch weiter ausgebaut werden, damit man noch tiefer tauchen kann. Die Basis-Version meines Boots kann zum Beispiel nur 200 Meter tief tauchen, danach gelangt dieses an die Belastungsgrenze. Das ist auch die erste Aufgabe in diesem Spiel, die benötigten Teile für mein U-Boot zusammen zu suchen und diese Teile wiederum zur Flottenwerft zu bringen. Das ganze könnte relativ einfach sein, müsse man nicht auf die Luft, Nahrung und Piraten aufpassen. Luft und Nahrung sind Verbrauchsmaterialien und müssen bei der nächsten „Stadt“ oder kleineren „reisenden“ Händlern wieder aufgefüllt werden. (Übrigens ist Stadt eigentlich die falsche Bezeichnung, denn die meisten Unterseeanlagen sind kleine Kapseln oder schwimmende Kugeln.)
Dank eines eigenen Inventarmenü können gefundene oder gekaufte Objekte ab/angelegt werden. Leider bietet das U-Boot nie wirklich genügend Platz um viele Schätze oder Hilfsmittel mitzuschleppen. Somit muss ich bereits am Anfang erste Prioritäten setzten. Die Lufttanks werden übrigens ohne Kauf bei fast jeder X-Beliebigen Anlegestelle wieder aufgefüllt. Trotzdem habe ich nach einer gewissen Zeit mir zwei weitere Sauerstofftanks geholt, denn mit nur einem Tank musste ich sehr oft irgendwo anlegen. Selbstverständlich werden diese beiden Verbauchsmateralien auch schneller aufgebraucht, je mehr Leute sich im U-Boot befinden. Obwohl die Geschichte anfangs noch recht frisch und überzeugend wirkt, lähmen die verschiedenen Such-Aufgaben etwas die Tiefe der gesamten Storyline. Dadurch das auch eine Art Chronik fehlt, bei der man eventuell Dialoge hätte nachschlagen können, wurde es für mich nach einer gewissen Zeit ohne das Spiel gespielt zu haben, etwas schwer wieder hinein zu kommen.
Die Crew als passive Verstärkung
Die oben aufgeführten Hauptpersonen sind gleichzeitig Befehlsgeber für die jeweilige Abteilung des U-Boots. An größeren Anlegestellen kann ich dann für Geld einfache Matrosen anheuern, die wiederum durch ihre Eigenschaften die einzelnen Stationen verbessern können. Das Spiel setzt dabei auf Attribute wie Intelligenz, Stärke, Wahrnehmung und Ausdauer. Mit einem Klick auf die Station bekomme ich Rückmeldung, welche Werte für welche Station am besten greifen. Jede Station fordert für ihre speziellen Boni oder kurzzeitigen Verbesserungen mindestens zwei wirksame Attribute. Im Bereich des Ruders zählen zum Beispiel die Werte von Stärke und Ausdauer. Mit den richtigen Personen kann diese Abteilung den Schnellgang und die Maschinenleistung steigern. Diese passiven Verbesserungen ziehen sich natürlich durch alle Stationen und empfand ich als sehr sinnvoll. Im Kampf gegen Piraten und anderen Gegnern beschießt man sich übrigens mit Schrottteilen und Torpedos. Schrottteile finde ich überall während meiner Erkundung an verschiedenen Wracks, die nebenher vom Spiel nach einer gewissen Zeit entfernt und ganz woanders neu platziert werden. (Natürlich mit neuem Inhalt) Dies war auch eines der Punkte, die ich an dem Spiel so genial fand. Man kann die selbe Route zig mal fahren, doch es ist immer wieder etwas neues. Nun aber zurück zu dem anfänglichen Problem mit den Piraten, was in Anbetracht des Spielverlaufs nur das kleinste Übel ist.
Logischerweise nehmen beide Fraktionen bei diesen Gefechten Schaden. Da es sich um keine Simulation handelt, geht einzig der Lebensbalken meines U-Boots in den Keller. Ab und zu schwimmen auch mal ein paar Teile vom U-Boot weg, aber Schäden an einzelnen Sektionen gibt es nun wirklich nicht. Damit der Schaden rasch behoben werden kann, gehe ich in die Schiffsübersicht und versetzte die Matrosen in die Unterkunft. Nur durch diese Umstellung können die Matrosen wirksam an den Schäden arbeiten. Da es bei mehr als vier Mann mit der Übersicht an Fähigkeiten recht schwierig werden kann, besitzt das Spiel eine feste Crewliste für jede Station des U-Boots. Diese befindet sich im selben Menüpunkt, wo auch die Werte für die passive Verstärkung des Schiffs stehen. Mit dieser Liste besteht für mich die Möglichkeit, die ausgewählten Matrosen fest einer Position zuteilen ohne das ich nach einer Reparaturzeit diese umständlich neu zuteilen muss. Einfach wieder auf das + Symbol klicken und zack, ist auch schon der entsprechende Matrose wieder in seinem Bereich. Besatzungsmitglieder ohne einen Eintrag in der Liste werden vom Spiel automatisch in einen Bereich gepackt. Da die meisten Konfrontationen mit Gegnern plötzlich stattfinden, haben die Entwickler die Kapitänsfähigkeit verbaut. Dies ist eine Zeitlupenfunktion für die Bereichsübersicht des U-Boots. Für eine kurze Zeit verlangsamt sich dabei das ganze Spiel und ich habe die Chance, halbwegs geordnet, meine Matrosen in den Unterkunftsraum zu verschieben. Wahrlich ist dieses Feature nicht überflüssig und half mir bei einigen engen Situationen wirklich weiter.