Das Freie Spiel – Ohne Tutorial = Keine Chance
Auch wenn ich das Tutorial in seinem Umfang kritisiert habe, so musst du als neuer Spieler definitiv diese Einführung absolvieren. Der Aufbau einer Station kann schon recht fordernd sein. Es ist mehr als nur ein neues Modul platzieren und bauen lassen. Nach der Fertigstellung des Moduls und der entsprechenden Geräte müssen Verbindungen hergestellt werden. Diese umfassen, wie schon erwähnt, Wärme, Strom, Wasser, Sauerstoff, Logistikwege und mehr. Nicht alle Geräte können mehr als zwei andere Geräte versorgen. Das bedeutet: Noch mehr Wartungsmodule und noch mehr Geräte. Außerdem erklärt allein nur das Tutorial den richtigen Anfang. Allerdings war es das auch schon. Im späteren Spielverlauf des Freien Spiels muss ich mir vieles von alleine Beibringen oder zumindest Erfahrung sammeln. Personalmanagement, Handel, Verträge mit anderen Firmen; dies sind alles Punkte, welche man innerhalb der Kampagne erst recht spät bekommt. Außerdem wurde ich hier auch mit der aktiven Forschung konfrontiert.
Lustig an dieser Stelle: Ich fand heraus, dass die verwendeten Techstufen innerhalb der Kampagne ganz andere (höherstellig) waren, als sie es im Freien Spiel von Grundauf sind! Zum Beispiel jenes Modul, welches mit Drohnen diverse Proben und Überreste von Schrotthaufen im Areal sammeln kann. Dies ist in der Kampagne recht früh enthalten. Im Freien Spiel jedoch recht spät innerhalb des Forschungsbaumes. (Also noch nicht mal vom Start weg verfügbar.) Doch was hält eigentlich das Freie Spiel nun für mich bereit? Im Grunde kann ich hier das Spiel erst richtig erkunden und mit meinen eigenen Settings auch starten. Beginnen tut alles natürlich mit der Auswahl der Umgebung, dem Startkapital, dem Schwierigkeitsgrad (der wiederum alle Settings von alleine vor eingestellt.) und noch einiges mehr. Darunter sind auch Dinge wie Strahlung oder Meteoriten als Gefahren. Diese können alternativ abgeschaltet werden. Eigentlich kann ich mir mein kommendes Spiel so festlegen, wie ich es möchte. Einzig einen Sandbox-Modus mit unendlich vielen Möglichkeiten gibt es nicht. Das Freie Spiel fordert mich also dementsprechend, die Forschungen voranzutreiben, Ressourcen herzustellen und Materialien zu ernten. Und das Ganze nur mit dem, was im Umkreis meiner Station so umherfliegt.
Kaum Fehlerfreiheit
Am meisten, in den Kritiken von Steam-Spielern, wird das Spiel für seine vielen Fehler kritisiert, vor den ich auch nicht verschont blieb. Ständig bleiben Mitarbeiter an unsichtbaren Wänden hängen, ständig schwankt die Versorgung auf der Station (trotz guter Versorgung und Vernetzung) und oft finden die Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze nicht. Beziehungsweise sie melden zum Beispiel, das sie nichts zu erforschen haben, obwohl ein Auftrag aktuell läuft. Außerdem werden manche Klick-Befehle nicht richtig ausgeführt. Und dann folgt noch meine Kritik beim Punkt Übersicht und die sehr oberflächliche und aufgesetzt wirkende Story. (Ganz zu schweigen von dem vorgeschriebenen Tun innerhalb der Story!) Die einzige Freiheit, welche ich in Base One einmal spüren durfte, ist jene innerhalb des Freien Spiels. Was mir ebenfalls etwas komisch vorkam, sind die nicht nachvollziehenden Tätigkeiten aller Mitarbeiter. Ich meine… Warum braucht ein Techniker, welcher zudem noch 24h Planung auf ARBEIT stehen hat, fast 6-7 (Ingame-Stunden) bis er eine Batterie anfängt zu installieren?
Vorher stand er doch einfach nur im Hauptmodul rum! Da frage ich mich… Was macht der Typ solange? Ein paar vorherige Fehler haben die Entwickler aber schon ausgemerzt. Seit dem letzten Update funktioniert die Anzeige für Tag/Nacht nun richtig und eine Stationsuhrzeit wurde hinzugefügt. Dies gab es bis vor ein paar Updates noch nicht. Mit böser Zunge könnte man sich nun den Steam-Nutzer anschließen und sagen, dass das Spiel eigentlich irgendwie nicht fertig wirkt, doch das wäre aus meiner Ansicht etwas unfair. Viel mehr würde ich, gerade bei der Kampagne, die ein Herzstück jedes Spiels des Genres darstellen sollte, den Entwicklern eine starke Verschwendung von Potential vorwerfen. Für mich persönlich gibt es nichts schlimmeres, als eine geführte Story in der ich Stumm einfach das Baue und Ausführe, was mir das Spiel sagt. Sicher… Ab Episode 2 öffnet sich diese Einengung etwas, aber ich für meinen Teil war da bereits etwas bedient.
Und trotz, dass ich den Umfang an Statistiken, Baumöglichkeiten, Forschung und verschiedene Übersichten absolut positiv bewerte, so kritisiere ich die Unterbringung und nicht Aufführung dieser innerhalb des Tutorials. Vielmehr muss ich auf die Klapptexte und Schnellhilfe zurückgreifen. (Oder halt Learn by Doing) Base One ist definitiv nicht perfekt und an vielen Stellen noch sehr unreif. Das Freie Spiel ist im Grunde auch der einzige Modus, welcher mir unter dem Strich wirklich viel Spaß gemacht hatte. Ebenfalls sehr positiv sind die Grafik, die Animation und die einfache Steuerung. (Aber nicht die allgemeine Übersicht!!!) Der Sound bewegt sich im optimalen Bereich und die Musik ist akzeptabel. Ach… Und die Videosequenzen sind wie die Texte im Spiel auch, fast alle in Deutsch.