Mageres Tutorial mit Luft nach oben
Natürlich empfiehlt es sich bei einem solch komplexen Titel immer ein Tutorial zu absolvieren. Dies ist auch bei Power & Revolution der Fall, leider werde ich als Spieler von einer Aufgabe zur nächsten gehetzt. Dabei wurden mir auf eine recht schnelle Art einzelne Schritte und Bedienelemente erklärt. Doch wie bekannt, ist schnell meistens nicht gut, sodass im Tutorial nur das wichtigste nach dem „Learn by Doing“ Prinzip abgearbeitet wird. Für mich zu schnell und zu oberflächlich. Gut... es gibt natürlich kein Patentrezept für alle problematischen Situationen, denn die muss man meistens selbst irgendwie lösen, doch eine gründliche Einführung sieht anders aus. Was ich ebenfalls in diesem Titel etwas vermisse, ist die Nachfrage bei entsprechenden Personen, Politikern meiner Partei oder ähnlichen nach diversen Ständen, Informationen oder Ratschlägen. In meinem Terminkalender kann ich zum Beispiel fast jede Person (Egal ob religiöse Person, Politiker einer anderen Partei, eigene Politiker, Minister, Gewerkschaftsführer oder Staatschefs anderer Länder) zu einem Meeting einladen. Hier verschenkten die Entwickler recht viel Potential, da die Fragen sich wiederholen und es kaum eine richtige Aussage gibt. Ich hätte mir gewünscht, das man auch nach diversen Meinungen fragen könnte. Zum Beispiel: Welche Tendenz würde diese Veränderung etwa haben? Lediglich die Meinung der eigenen Partei wird bei Veränderungen als Smilie wiedergegeben. Übrigens fehlt es dem Titel auch an einen Hilfe-Button mit Hilfetext.
Wenn Aufstände und Krieg das Land zerstören
In den Medien sehen solche Aufstände oder Kriege immer recht harmlos aus, doch welche Auswirkungen so etwas auf ein Land haben, kann man in diesem Titel doch recht gut sehen. Die Wirtschaft verändert sich, Ziele müssen neu gesetzt werden und die Gunst der Bewohner muss zusätzlich auf einen ordentlichen Stand gehalten werden. Außerdem können durch meine verkehrten Entscheidungen die Sympathien für gegnerischen Gruppen oder Organisationen steigen. Meistens kündigen sich solchen Sachen durch Aufstände oder kämpferische Konflikte an. Hierfür hat der Titel gleich zwei Ansichten. Zum einen kann ich natürlich über die Weltkarte diverse Truppenmengen aus den Militärlagern oder Flugplätzen zum Einsatzort beordern. (Die Gruppe wird dann als ein Fahrzeug angezeigt.) Haben die Einheiten den Ort des Konflikts betreten, so geht es auf die taktische Karte, wo ich nun meine Einheiten direkt durch den Ort befehligen kann. Besetzte Gebäude werden dabei auf dem Radar mit einem roten Viereck angezeigt. Je nach Einheit ist es dann möglich Handgranaten, Tränengas oder Raketenbeschuss anzuordnen. Neben der einfachen taktischen Ansicht gelang ich mit dem Mausrad auch etwas weiter ins Gesehen hinein. Somit konnte ich verfolgen wie meine Einheiten voran schritten und wie Gebäude durch Bombardement zerstört wurden. Die Grafik ist zwar nun nicht im High-End Level angesiedelt, macht aber dennoch einen ordentlichen Job. An manchen Stellen verstecken sich dann doch wieder einmal ein paar kleinere Grafikfehler über die man aber auch hinweg sehen kann.
Auf der Weltkarte, bei der ich natürlich bis zu jeder Stadt hineinzoomen kann, gab es dafür fatalere Fehler. So verschwanden meine Einheiten grafisch von der Oberfläche. Lediglich die Anzeige für die Stärke meiner Einheiten wurde noch angezeigt, die Fahrzeuge selbst aber nicht. Hier sollten die Entwickler wahrlich noch einmal nacharbeiten. Nicht nur Krieg kann in den einzelnen Städten herrschen, sondern auch Protestaktionen oder Aufstände. Dies geschieht vor allem dann, wenn man mit seiner Politik einige Einwohner extrem verärgert oder auch auf diverse Wünsche nicht eingeht. So können aus kleineren Protesten rasch ohne Handlung große Ausschreitungen entstehen. Alle meine Aktionen, den Aufmarsch der Armee und dessen Eingriff oder eine Bombardierung einer Stadt, sorgt fast immer für negative Stimmen der Bevölkerung, weshalb ich hier sehr vorsichtig sein musste. Wer sich übrigens nicht gerne mit einer taktischen Karte anfreunden will, der kann auch auf der einfachen Informationsübersicht der Stadt ein paar Maßnahmen auswählen, wobei dann mein Minister für Militär eingreift. Er ist es übrigens auch, der mich vom virtuellen Tag zu Tag auf den neusten Stand bringt. Wurde die Stadt von einem Aufstand oder den kriegerischen Handlungen befreit, so geht es an den Wiederaufbau dieser, damit die Bewohner zurückkehren können. So etwas ist durchaus extrem teuer und geht ordentlich an die Staatskasse, aber was macht man nicht für die Bevölkerung.
Prozesse wie in der richtigen Politik
Die Politik eines Landes ist wahrlich nicht einfach, wie man es super an diesem Titel sehen kann. Damit einige Gesetzte oder Prozesse durchgesetzt werden können, müssen die Vorschläge zum Rat (Abhängig von der Regierungsform) und dies dauert immer paar Tage. Hierfür gibt es eine Zeitspalte in der ich diese Stoppen, Beschleunigen oder sogar Tage/Wochen überspringen kann. Übrigens sind solche "Neuerungen" im System nicht immer vom Erfolg gekrönt, vor allem wenn diese durch den Rat müssen. Nach dem einreichen meines Vorschlags werden die Änderungen am Anfang angezeigt und übernommen. Doch final ist daran noch nichts, denn wenn der Rat dagegen entscheidet so kostet mich das dass Vertrauen der Bürger. Zusätzlich werden die Veränderungen rückgängig gemacht. Schwieriger als ein Staatschef ist die Position eines Parteiführers im Wahlkampf oder beim Versuch die Regierung zu stürzen. Protestaktionen müssen geplant werden, Werbung und Finanzmittel gesteuert und Söldner rekrutiert werden. Abhängig ist das ganze davon, ob man sich das Land durch einen Krieg oder einer cleveren Diplomatie zu seinem eigen machen will. Die Freiheiten die der Titel mir als Spieler verlieh (Egal in welcher Position) sind enorm und vielseitig, sodass es immer mehrere Wege gibt. Im Grunde ist es auch das, was mich an diesem Titel so begeisterte. Auch als Aufständischer muss ich natürlich für bestimmte Prozesse warten und hoffen, das meine Vorgaben Früchte tragen. Zum Abschluss dieses Abschnitts noch eine kleine Info. Bisher schrieb ich nur über Krieg, Konflikte und Macht. Es gibt aber auch Szenarien die sich viel mehr mit dem eigenen Land beschäftigen, so zum Beispiel der Präsidentschaftswahlkampf in den USA. Power & Revolution bietet durchweg eine breite Palette an vielen interessanten Szenarien, welche laut Entwickler immer fiktiv sind. Hier muss ich allerdings sagen, das der Start der Szenarien meistens auf einen wahren Hintergrund basieren.
Punkte für die World Highscore
Durch meine Anmeldung auf der offiziellen Homepage ist es mir natürlich möglich, meine erreichte Punktzahl der vergangenen Partie hochzuladen und mich so mit anderen zu messen. Nervig ist dabei nur, das der Titel weder Passwort noch Benutzernamen speichern kann und ich somit diese immer wieder eingeben musste. Die verliehenen Punkte dienen aber nicht nur dazu mich mit anderen zu messen, sondern schalten in der Weltweiten Simulation auch weitere Szenarien frei. Selbstverständlich werden diese im Verlauf immer schwieriger und anspruchsvoller. Mehr kann man dann am Ende mit den Punkte dann leider nicht mehr machen. Schaue ich über die Spielerpunkte hinweg, so bietet der Titel sonnst keine weiteren online-Funktionen, wie zum Beispiel einen Mehrspieler.